Reißverschlüsse:

Lohnt sich der Einbau eines neuen Reißverschlusses?

Ob sich der Einbau eines Reißverschlusses lohnt, hängt nicht unbedingt vom Alter eines Trockentauchanzuges ab, der allgemeine Zustand ist maßgebend. Ausserdem ist auch die Passform für den Träger entscheidend. Wenn ein Anzug gut passt, der allgemeine Zustand des Materials in Ordnung ist lohnt sich eine solche Reparatur auf jeden Fall. Ausserdem bekommt man für den Reparaturpreis keinen neuen Trocki, an den man sich auch erst einmal neu gewöhnen müsste.

Wird der alte Reißverschluss vor dem Einbau eines neuen entfernt?

In den meisten Fällen ja. Bei einigen Modellen verschiedener Hersteller ist dies jedoch nicht immer möglich. Falls der RV nicht mit einem reaktivierbaren Kleber verklebt wurde, ist eine Entfernung ohne Beschädigung des Materials nicht möglich. In einem solchen Fall wird der alte RV so weit wie möglich herausgeschnitten, bearbeitet und danach der neue darüber geklebt und abgedichtet.

Bei meinem Anzug ist der Reißverschluss von beiden Seiten in Neopren eingeklebt.

In einem solchen Fall haben wir sehr viel Arbeit. Wir müssen entscheiden, ob wir die innere Neoprenschicht bis zum Reißverschlussträger abfräsen oder den ganzen Reißverschluss mitsamt dem umgebenen Neopren herausschneiden. In diesem Fall wird ein neues Stück Neopren in den Anzug eingeklebt, mit Blindstich vernäht und abgedichtet. Darauf wird der neue Reißverschluss geklebt. Zu 90%  geht wegen des erheblichen Mehraufwandes eine eventuell aussen angebrachte Reißverschlussabdeckung verloren.  Diese ist jedoch nicht wichtig und meistens sowieso nur "fummelig".

Bei meinem Anzug war der Reißverschluss vorher genäht, jetzt ist er nur geklebt. Warum?

Beim Nähen durchbohrt die Nadel zig-tausend mal das Anzugmaterial, es wird perforiert. Wenn wir den neuen RV ebenfalls einnähen würden, würde das Material noch einmal zusätzlich perforiert, und zwar immer zwischen oder neben den alten Stichen. Eine Schwächung des Materials wäre die Folge, es lässt sich trennen wie eine Briefmarke. Da bei einem Front-RV auch starke Seitenzugkräfte auftreten (z.B. beim An- und Ablegen des Gerätes) kann das fatale Folgen haben. Eine Klebefläche ist breiter als eine Naht und so wird die gleiche Kraft auf eine wesentlich größere Fläche verteilt.

Der neue Reißverschluss geht viel schwerer als der alte.

Das ist völlig normal und muss auch so sein. Die Dichtflächen sind neu und werden mit großer Kraft von den noch nicht verschlissenen Zähnen kräftig zusammengepresst. Nach ein paar Tauchgängen und wachsen mit reinem Bienenwachs wird es leichter werden.

Lagerung des Trockis, Reißverschluss offen oder geschlossen?

Eine oft diskutierte Frage seit Jahrzehnten. Selbst Trockentauchanzughersteller geben unterschiedliche Informationen über dieses Thema. Wir schließen uns der Empfehlung unseres Reißverschluss-Herstellers Dynat an.

Über einen längeren Zeitraum sollten Gasdichte Reißverschlüsse geschlossen gelagert werden. Eine offene Lagerung über zwei bis drei Wochen ist jedoch nicht schädlich. Bei geschlossenem RV passen sich die Dichtflächen gegenseitig optimal an.

Mein Rückenreißverschluss ist an beiden Seiten in Achselnähe defekt, warum gerade dort?

Dies liegt eindeutig an einer falschen Lagerung. Ein Trocki darf nie lange in einer Tasche gelagert werden. Normale Standardbügel sind ebenfalls nicht geeignet, weil sie nicht breit genug sind. Die Arme hängen seitlich herunter und dadurch wird auch der RV am Armansatz ständig geknickt. Knicke über einen längeren Zeitraum sind der Tod des Reißverschlusses. Als Bügel eignet sich ein PVC-Rohr mit ca. 5cm Durchmesser, welches länger als der Rücken-RV ist. Einfach in die Mitte ein Loch bohren, Schnur mit Knoten durchziehen und fertig.

Warum ist mein neuer Reißverschluss "wellig oder faltig" eingeklebt?

Wellen und/oder kleine Falten lassen sich leider nicht immer vermeiden. Einen Reißverschluss in einen zusammengenähten Trocki einzukleben ist Millimeterarbeit. Immer sind Falten und Wellen schon bereits vor der Erneuerung des RV´s vorhanden, wurden jedoch nicht bewusst wahrgenommen. Diese Wellen sind im Material des Trockis selbst und da wir den Reißverschluss Millimeter für Millimeter kleben müssen, folgt dieser automatisch einer vorhandenen Wellenkontur. Diese Wellenkontur ist bei manchen Anzügen durch Klebstoffe und Dichtmaterial total verhärtet, so, dass es technisch nicht mehr möglich ist, solche Wellen oder auch winzige Falten zu vermeiden. Bei Anzügen mit Frontzip ist häufig eine falsch oder unfachmännisch verklebte Halsmanschette der Verursacher von Falten oder Wellen. Der Abstand zwischen Zip und Halsmanschette ist oft nur 3 Finger breit. Wurde hier eine Halsmanschette mit ungleichmäßigem Zug eingebaut, wird das Anzugmaterial nach der Entfernung des alten, stabilisierenden Reißverschlusses, sich wellig verziehen. Wir versuchen stets, solche Dinge auszugleichen, was aber nur bis zu einem bestimmten Grad möglich ist.

Warum werden Reißverschlüsse bei Euch nicht getaped sondern gesealt?

Hin und wieder "Tapen" auch wir Reißverschlüsse oder Nähte. Wir vermeiden dies jedoch so weit wie möglich, im Interesse unserer Kunden. Das "Sealen" ist, wenn auch teurer und zeitaufwändiger, die qualitativ hochwertigere Abdichtung. Ein Tape, egal ob aus Neopren, Gummi oder Textilband wird stets nur flach auf die Kaschierung des Trockimaterials aufgebracht und ist einem starken Verschleiß an exponierten Stellen wie Achseln, Bauchnaht und Schrittbereich ausgesetzt. Manche Bänder, insbesondere sogenannte Heat-Tapes lösen sich einfach durch Gebrauch. Zum Sealen wird ein flüssiger, transparenter Polyurethane-Kleber verwendet, der per Hand in mindestens 3 Schichten auf die Nähte aufgetragen wird. Durch den Flüssigauftrag läuft dieses Dichtmaterial auch unter die Kaschierung und auch in kleinste Ritzen. Um mit dieser Dichtmethode Erfolg zu haben, ist eine entsprechende Vorbehandlung jedoch zwingend notwendig. Tests bei DUI haben ergeben, das diese Abdichttechnik 70 mal länger hält als geklebte Tapes.

Bei meinem Poseidon ist der um den Hals laufende Reißverschluss defekt, repariert Ihr so etwas auch?

Ja, wir reparieren grundsätzlich alle Trockentauchanzüge, der Hersteller spielt dabei keine Rolle. Bei einem Poseidon richtet sich der Preis nach der Länge des Reißverschlusses, genau wie bei allen anderen Anzügen auch.

Wie pflege ich meinen neuen Reißverschluss richtig?

Die Pflege ist relativ einfach: nach jedem 5 - 10ten Tauchgang den Reißverschluss schliessen und mit einem Bienenwachstift seitlich entlang der silbernen Kette mehrfach vorbeifahren. Auf keinen Fall eine Paraffinkerze oder ähnliches verwenden. Paraffin ist ein Erdölprodukt und lässt den Gummianteil im Reißverschluss quellen. Sprays sollten unbedingt vermieden werden, das Treibgas kann den RV punktuell gefrieren lassen, was zur Zerstörung führen kann. Siliconöle sind ebenfalls zu vermeiden, dieses Öl ist meist kein reines Siliconöl und kann ebenfalls Erdölanteile enthalten. Ausserdem kriecht dieses Öl unter die Kaschierung des Anzugmaterials und ein RV-Wechsel wird später stark erschwert oder unmöglich gemacht.
Alle 50 - 70 Tauchgänge sollte der RV mit einer mittelharten Bürste (z.B. Zahnbürste) und milder Seifenlauge gereinigt und anschließend gewachst werden. Eine solche Pflege kann die Lebensdauer eines Reißverschlusses bis zu 40% erhöhen.

Warum baut ihr keine Kunstoffreißverschlüsse ein?

Kunstoffreißverschlüsse haben in einem Trockentauchanzug, der zur persönlichen Schutzausrüstung gehört, nichts verloren. Bis zum heutigen Zeitpunkt halten sie nicht, was die Hersteller versprechen. Wir wechseln ständig undichte oder zerissene Kunstoffreißverschlüsse gegen Metallreißverschlüsse aus. Die Kunstoffzipper halten einfach den seitlichen Zug, der beim An- und Ablegen des Geräts entsteht, auf Dauer nicht aus. Im Prüfbecken ist jeder 2. Plastik-Zipper zwischen 5 und 80 Tauchgängen bei dem geforderten Prüfdruck von 20 mbar undicht. Keine genauen Infos gibt es über die wechselnden Temperaturen beim tauchen. (Am Ufer 35 Grad C, im Wasser 4 Grad C.)
Leider ist es in unserer Kundschaft schon wegen aufgeplatzter Kunstoffzipper zu Dekounfällen gekommen. Wir schützen unsere Kunden, indem wir solche gefährlichen Reißverschlüsse nicht verbauen.

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